Vielleicht wohnst du nicht in einem Weinanbaugebiet und siehst es daher nicht jeden Tag. Aber du hast mich – ich halte dich auch über das Winzerjahr auf dem Laufenden. Heute schauen wir uns einen Weinberg im Juli an. Was passiert gerade alles im Weinberg? Welchen Einfluss hat das ungewöhnliche Wetter in diesem Jahr auf die Reben und auf den Wein?

Sommerlicher-Weinberg-im-Juli

Das passiert gerade im Weinberg im Juli

Die Reben wachsen und wachsen und wachsen. Die meisten Weinberge im Juli sind noch unfrisiert und haben noch keinen Frisör, in Form eines Laubschneiders, gesehen. Die langen Reben haben Halt im System der Spaliererziehung. Wenn sie jetzt noch viel länger werden, dann könnten sie abknicken. Daher wir der Laubschnitt nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Es ist allerdings von Vorteil, so lange wie möglich mit dem Schnitt der Laubwand zu warten. Denn: Durch das Kappen der Spitzen wird das vegetative Wachstum angekurbelt. Das bedeutet: mehr Blätter. Momentan steht aber noch die Traubenentwicklung im Mittelpunkt. Alle Kraft der Rebe soll gerade in die winzigen, Schrotkorn-großen Beeren fließen.

Nach dem Rebschnitt und Anbinden sind die Knospen ausgetrieben. Sowohl Blätter als auch Gescheine (die Anlagen mit den Blüten, die später die Trauben werden) haben sich entfaltet und entwickelt. Direkt nach der Blüte waren schon klitzekleine Beeren zu sehen. Momentan wachsen diese und werden größer.

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Dies ist ein Bild der Trauben mit den Schrotkorn-großen Beeren. Auf dem Photo sieht man auch noch vereinzelt die Blütenkäppchen. Das sind die eingetrockneten „Krönchen“, die noch an den Beeren hängen. Ich habe mal drei komplette Monate in Australien damit verbracht, diese winzigen Wunder der Natur zu zählen. Ich meine jetzt nicht nur ein paar… nein, TAUSENDE dieser Dinger… das war echte Forschungsarbeit. Du kannst dir vorstellen, dass mir die Blütenkäppchen dadurch besonders auffallen. Sie sind aber auch wirklich sehr hübsch.

Aber zurück zum Thema! Wie ich schon in meinem Beitrag zum Weinausbau im Barrique erwähnt habe: Die Weinqualität entsteht im Weinberg.

Pflegearbeiten und Qualitätsmaßnahmen im Weinberg im Juli

Für den Winzer gibt es gerade einiges zu tun im Weinbger. Gerade in diesem Jahr 2016 ist der Pflanzenschutz enorm wichtig. Pflanzenschutz zählt im eigentlichen Sinne nicht zu den Qualitäts-Maßnahmen. Allerdings profitieren die Trauben von gesunden Weinreben, denn diese versorgen sie mit Nährstoffen, Zucker und Aromen. Durch das feucht-warme Wetter feiert Peronospera (aka „falscher Mehltau“) eine Riesenparty in den Weinbergen. Sowohl Blätter als auch Trauben sind befallen.

Eine wichtige Qualitäts-Maßnahme ist das gezielte Entblättern der Traubenzone. Dadurch kann diese besser durchlüftet werden und die Feuchtigkeit schneller abtrocknen. Des Weiteren kann der Winzer Trauben wegschneiden, um den Ertrag zu reduzieren und die Qualität der übrig gebliebenen Trauben zu erhöhen.

Sommerlicher-Weinberg-im-Juli

Der Weinberg im Juli lässt noch nicht so viel Schlüsse auf die Qualiät der Ernte im Herbst zu. Allerdings kann jetzt schon viel für Weinqualität getan werden. Denn, wie bereits erwähnt: Die Qualiät eines Weines entsteht im Weinberg. Nun harren wir also alle der Dinge, die da noch kommen. Hoffentlich weniger Regen und gute Reifebedingungen für die Trauben.

Das 2016er Winzerjahr ist auf jeden Fall ein herausforderndes Jahr für die deutschen Winzer und ich bin schon sehr gespannt auf die diesjährigen deutschen Weine.

Doch einstweilen heißt es: Abwarten und Wein trinken!

 

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  1. […] verändert, sind beispielsweise unterschiedliche Jahrgänge, das Klima, die Bewirtschaftung des Weinbergs, der Zeitpunkt der Weinlese oder der Spätburgunder-Klon. Unter Klonen versteht man in der […]

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