Du stehst im Supermarkt. Der Einkauf liegt schon im Einkaufswagen. Ach ja, dein Weinvorrat ist leer. Du brauchst noch ein Fläschchen Wein! Auf zum Weinregal. Und dort? Das Weinsortiment. Unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer einer ratlosen Weinkaufenden…
Wie wunderbar wäre es, wenn du EINFACH einen Wein auswählen könntest, der mit SICHERHEIT zu dir und zu deinem Geschmack passt? Mit meinen sechs Tipps geht das problemlos. Wein kaufen nach Etikett: wie das geht, verrate ich dir in diesem Blogartikel.

wein kaufen nach etikett

Auf meine Frage hin, nach welchen Kriterien viele Frauen Wein im Supermarkt auswählen, höre ich oft ein verschämtes „Na ja, nach dem Weinetikett“. Denn: Wein kaufen nach Etikett scheint peinlich zu sein.

Doch ich kann dir ein Geheimnis verraten: Im Supermarkt kaufe ich im Prinzip auch immer nach Etikett. Und du solltest das auch tun!

Wein kaufen nach Etikett: Das Auge trinkt DOCH mit

Winzer und Designer verbringen Wochen damit, ein stimmiges Konzept für das Outfit eines Weines zu finden. Dazu gehört alles mögliche: Etikettenpapier, Logo, Farben, Schriftarten und -größen, Formulierungen. Hinzu kommen Flaschenform, Flaschenfarbe, Verschlussart, Kapsel… Die Liste ist könnte ich unendlich weiterführen.

Im Prinzip hast du keine Wahl: Im Supermarkt oder Discounter musst du Wein nach Etikett kaufen. Bei Obst oder Gemüse kann man die Qualität ziemlich einfach nach dem äußeren Erscheinungsbild beurteilen. Beim Wein ist das fast unmöglich. Bestimmt hast du schon mal eine Flasche Wein mit ansprechendem Äußeren gekauft und beim Wein hat es dich so richtig geschüttelt…

Es geht um das gelungene Gesamtkonzept: Die Flasche soll Lust auf den Wein machen UND der Wein soll super schmecken!

Hier kommen meine sechs Tipps, wie du recht sicher einen Wein auswählst, der zu dir passt.

Tipp 1: Deutsche Weinguts-Weine auswählen

Es ist kein Geheimnis: Ich bin ein Fan von deutschen Bioweinen! Ein großer Vorteil bei deutschem Wein ist, dass du das was auf dem Etikett steht auch lesen kannst.

Außerdem findet man unter den deutschen Weinen im Supermarkt oft Winzerweine. Das heißt, hinter der Weingutsbezeichnung steht ein „echtes“ Weingut in dem dieser Wein auch hergestellt wurde. Das ist auch erkennbar an der Angabe „Gutsabfüllung“ oder „Erzeugerabfüllung“.

Im Gegensatz dazu verkaufen die großen Weinkellereien (z.B. Peter Mertes, Mack & Schühle, bzw. Peter Riegel im Bio-Bereich) oft Markenweine. Das sind Cuvées aus verschiedenen Rebsorten von vielen verschiedenen Winzern. Cuvée heißt übrigens soviel wie „Verschnitt“ bzw. „Vermischung“ verschiedener Fässer, nur dann Winzer-mäßig ausgedrückt. Von diesen Großkellerei-Weinen habe ich bisher nur wenig leckere getrunken. Ich würde dir hier auch unbedingt dazu raten, dich im höheren Preissegment zu bewegen.

Faustregel: Wenn auf dem Rückenetikett „Gutsabfüllung“, „Erzeugerabfüllung“ oder „Abfüller: Weingut XYZ“ steht, sage ich: Super, kommt in die engere Auswahl!

Tipp 2: Rebsorten-Weine bevorzugen

Ein guter Indikatior für den Geschmack ist die Rebsorte. Diese Angabe ist für mich ein absolutes MUSS, denn die Rebsorte gibt eine geschmackliche Großrichtung vor.

Wenn du einen Wein mit Rebsorten-Angabe kaufst, hast du die Information, die du dazu brauchst, dir ein Bild über deine Geschmacks-Wahrnehmung zu machen.

Ich persönlich würde zum Beispiel eher zu einem Wein der Rebsorte Riesling tendieren, weil ich spritzige Weißweine mit einer kräftigen Säure mag. Wer es milder in der Säure mag, wählt einen Weiß- oder Grauburgunder. Bei den Rotweinen würden die Filigran-Trinker wahrscheinlich einen Wein der Rebsorte Spätburgunder. Diejenigen, die ihren Wein lieber vollmundig mögen, werden einen Dornfelder oder Regent bevorzugen.

Tipp 3: Geschmacksangabe trocken, halbtrocken, lieblich oder feinherb

Was heißt denn eigentlich trocken, halbtrocken und lieblich? Das ist im deutschen Weingesetz klar geregelt und soll dem Verbraucher helfen, die Weine einschätzen zu können.

Es geht hier allerdings nur um den sogenannten Restzuckergehalt bzw. die Restsüße. Das ist der Zucker, der während der Gärung nicht komplett in Alkohol umgewandelt wurde.

  • Bei trockenen Weinen ist das bis maximal 9 Gramm pro Liter Restzucker,
  • bei halbtrockenen Weinen bis 18 Gramm pro Liter und
  • bei lieblichen Weinen bis 45 Gramm pro Liter.
  • Danach kommt noch süß – ab 45 Gramm pro Liter Restzucker. Das ist dann schon ziiiemlich süß…

Wenn auf dem Weinetikett nicht ausdrücklich „trocken“ steht, kannst du in der Regel davon ausgehen, dass der Wein mindestens halbtrocken ist. Welche Richtung du wählst ist abhängig von deinem ganz persönlichen Weingeschmack.

Es gibt eine weitere zugelassene Angabe, die du häufig finden wirst, nämlich feinherb. Feinherb gibt dem Winzer einen gewissen Interpretations-Spielraum. Ganz im Sinne von „feinherb ist das, was feinherb schmeckt“. In der Regel sind diese Weine halbtrocken, haben aber oft auch einen kräftigen Geschmack. Probiere einfach mal aus!

Tipp 4: Mittlere Preis-Kategorie

Wo im Weinregal du dich umschauen musst, liegt auch oft am Preis. Denn ein Fehler, den viele Leute machen, ist zu WENIG Geld auzugeben für Wein. Doch wieviel solltest du für eine Flasche Wein ungefähr ausgeben?

Die Rechnung ist recht einfach: Etwa ein Euro wird kalkuliert für die Ausstattung der Weinflasche. Dazu kommt noch der Fasswein-Preis von 70 Cent bis zwei Euro. Dann fehlt noch Abfüllung, Transport, Vermarkutung und mehr. Zusätzlich möchten Winzer und Händler daran auch noch etwas verdienen.
Wenn also ein Wein 2,99 € kostet, wurde mit höchster Garantie an der Weinqualität und damit am Geschmack gespart. Logisch, oder?

Ein Biowein ist natürlich etwas teurer als ein Wein aus konventionellem Anbau. Da ich aber auf einem Bioweingut aufgewachsen ist Bio für mich normal und ich bin gerne bereit den Mehr-Wert auch zu bezahlen.

Faustregel: Kaufe immer Wein MINDESTENS aus der sechs bis zwölf Euro Preiskategorie.

Tipp 5: Qualitätswein kaufen

Es gibt verschiedene Qualitätsstufen beim Wein. Ich emfehle dir dringend, beim Supermarkt-Weinkauf zusätzlich darauf zu achten, dass der Wein ein Qualitätswein ist. Leider ist das keine Garantie dafür, dass der Wein dann auch wirklich ein guter Wein ist.

Es bedeutet aber, dass der Wein aus einem bestimmten deutschen Weinanbaugebiet kommt. Zusätzlich muss er minimalen Qualitätskriterien standhalten. Welche das sind, findest du in meinem Blogartikel zum Thema „Ein guter Wein ist ein Wein der DIR schmeckt“.

Faustregel: Kaufe deutschen QUALITÄTSWEIN um eine Mindest-Qualitätskontrolle vorraussetzen zu können.

Tipp 6: Kenne deinen Wein-Geschmackstypen

Den besten und aller-aller-hilfreichsten und wichtigsten Tipp habe ich bis zum Ende aufbewahrt. Der lautet:

Kenne deinen Wein-Geschmackstypen.

Nie wieder ratlos vor dem Weinregal stehen, denn dein Wein-Geschmackstyp hilft dir die Auswahl zu treffen. Du bekommst außerdem mehr Sicherheit im Umgang mit dem Thema Wein und machst du dich unabhängig von Expertenmeinungen und Empfehlungen. Endlich Abwechslung von dem langweiligen Weinschnösel-Getue.

Entdecke, welcher der Wein-Geschmackstypen deiner ist, denn bei mir stehst DU im Mittelpunkt! Wenn ich dir dabei helfen soll und du wissen willst, wie das geht, dann schau dir unbedingt mein Wein-Geschmackstypen Angebot an.

Fazit zum Wein kaufen nach Etikett

Für das Wein kaufen nach Etikett gibt es ein paar einfache Regeln. Außer auf das Design schaust du ab jetzt mit neuem Blick auch auf den Inhalt des Etiketts. Damit landest du einigermaßen sicher im Bereich der genießbaren Weine.

Dies sind meine sechs besten Tipps um in die genießbaren Weinwelten vorzudringen:

  1. Deutsche Weinguts-Weine kaufen
  2. Rebsorten-Weine bevorzugen
  3. Geschmacksangaben (trocken, halbtrocken) beachten um deinen Geschmack zu treffen – ohne Angabe bedeutet in der Regel „mindestens halbtrocken“
  4. Preiskategorie 6-12€
  5. Qualitätswein kaufen
  6. Kenne deinen Wein-Geschmackstyp. Das ist der BESTE Tipp, den ich dir geben kann!

Dies waren meine sechs besten Tipps, wie du unabhängig Wein nach Etikett kaufen kannst. Nicht vergessen: Das Thema Wein darf sich EINFACH anfühlen und SPASS machen! Und nun viel Spaß bei deinem ganz persönlichen Wein-Abenteuer.

Erweitere deinen Horziont und werde Wein-Revoluzzerin!
Denn nur du weißt, was dir wirklich schmeckt.
— Elske Schönhals —

 

Was sind deine Kaufkriterien für Wein? Hast du noch Fragen zum Wein kaufen nach Etikett?
Ich helfe dir gerne weiter – schreibe mir einfach in den Kommentaren oder schicke mir eine Email.

 

Titelfoto: Ben White/Unsplash

 

3 Kommentare
  1. Marion
    Marion sagte:

    Ja, ich oute mich auch: ich kaufe definitiv nach Optik! Schönes Etikett? Form der Flasche? Gesamtauftritt?…
    Dabei für diese tollen Tipps, ich bin schon gespannt auf meinen nächsten Wein-Einkauf! 🙂
    LG 🌸 Marion

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  1. […] Da du hier auf Lenas Blog unterwegs bist, legst du wahrscheinlich ebenso wie sie und ich Wert auf regionale Produkte. Das empfehle ich dir auch fürs Wein kaufen. […]

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