Kennst du das: Du trinkst einen Schluck Wein und er schmeckt… Ja, wie schmeckt er eigentlich? Was ist los? Ist dein Gehirn ein Sieb? Du hast den Wein im selben Moment vergessen, in dem du ihn heruntergeschluckt hast. Seltsam? Vielleicht! Nächste Gelegenheit, anderer Wein: Du trinkst einen Schluck des vergorenen Rebensaftes und findest ihn… interessant. Der Wein bleibt dir sogar in Erinnerung und die gute Nachricht ist: Dein Gehirn funktioniert tadellos!
Hast du dich schon mal gefragt, was Weine voneinander unterscheidet? Was das „gewisse Etwas“ im Wein sein könnte, dass dich dazu bringt einen Wein interessant zu finden?
In meinem Videoblog verrate ich dir, was Wein beurteilen mit Bergen zu tun hat und wie du Komplexität im Wein erkennst.

Wein beurteilen

Das, was ich gerade beschreiben hat, nennt man in der Regel „Wein beurteilen“. Es bedeutet nichts anders, als sich ein Urteil über den Wein bilden. Im Weinbau-Studium haben wir ein gesamtes Semester damit verbracht, erst alle Weinfehler kennenzulernen, bevor man uns an die guten Weine herangelassen hat. Das war zwar interessant, aber keine besonders große Freude, wie du dir vorstellen kannst.

Das deutlich beliebtere Fach trug dann denn nüchternen Namen „Weinbeurteilung“. Dabei haben wir die unterschiedlichsten Kriterien gelernt, unter denen man Wein verkosten uns somit beurteilen kann.

Wie kann man Wein „richtig“ beurteilen?

Es gibt beim Wein beurteilen kein richtig oder falsch. Wenn du auf Reisen gehst, dann hast du danach unendlich viel zu berichten.

Worüber du erzählst kommt dabei total auf den Gesprächspartner an. Entweder sprichst du über das, was du dabei über dich selbst gelernt hast, über das Essen, das Preis-Leistungs-Verhältnis, über Reisen im Allgemeinen.

„Richtig“ Wein beurteilen kannst du also nur, wenn du weißt, was gefragt ist.

Nach welchen Kriterien kann man Wein beurteilen?

Beim Wein beurteilen ist die Liste der Kriterien endlos. Einige Kriterien sind Teil der Qualitätswein Prüfung.

  • Typizität: Schmeckt der Wein typisch für die Rebsorte?
  • Herkunft: Ist es ein Wein, der das Weinbaugebiet gut repräsentiert?
  • Sensorik: Ist der Wein fehlerfrei?
  • Jahrgang: Welcher Jahrgang ist dieser Wein und repräsentiert er ihn?
  • Weinguts-Stil: Jedes Weingut hat eine eigene Handschrift, die sich „Stilistik“ nennt. Ist das ein typischer Wein für dieses Weingut?

Doch keine Sorge: das sind alles die Kriterien, nach denen Profis Wein beurteilen. Lass dir nicht die Laune verderben! Denn für den Genuss reicht es aus, wenn du die BLIK – Kriterien anwendest, an denen du einen guten Wein erkennst: Balance, Länge, Intensität und Komplexität.

Was Komplexität im Wein ist und zu wem sie passt berichte ich dir JETZT in meinem Videoblog!

Wein beurteilen: Was haben Wein und Berge miteinander zu tun?

Du kennst nun die Kriterien, nach denen man Wein beurteilen kann. Nun zu meiner Kernfrage: Was haben Wein und Berge miteinander zu tun?

Hier kommt mein Video dazu.

Magst du lieber lesen? Kein Problem: im Anschluss findest du das Transkript.

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Wein beurteilen – Video-Transkript

Hallo, herzlich willkommen. Ich bin Elske von Genau mein Wein! und mein Motto ist: Erweitere deinen Horizont, werde WEIN-REVOLUZZERIN!

Wein beurteilen: Was Wein und Berge miteinander zu tun haben.

Hast du dich vielleicht gewundert bei dem Titel? Ich habe eine Kundin, Birgit. Sie liebt Wein und sie liebt die Berge. Außerdem liebt sie es einfach, Neues zu entdecken und zu erkunden.

Durch sie bin ich auf ein Bild gestoßen, das dabei hilft, Komplexität im Wein gut zu beschreiben und womit mein Wein beurteilen ganz leicht erklären kann.

Ich habe dafür ein Bild gemalt – wirklich ein sprichwörtliches Bild, wie du siehst.

[Zeigt ein Bild von einem Berg, worauf ein Weg in Serpentinen bis zur Spitze abgebildet ist]

Hier möchte ich dir vorstellen: die kleine Wein-Revoluzzerin Judith. Sie schenkt sich ein Glas Wein ein und schnuppert daran. Dann „schaut sie sich um“, das heißt sie probiert den Wein, und nimmt die Aussicht wahr.

„Ach ja, denkt sie: Wald, Wiese… schönes Panorama“.

Danach geht sich ein Stückchen weiter den Berg hinauf, bleibt stehen, schaut sich um und denkt:

„Ach ja: da hinten geht es sogar noch ein bisschen weiter als ich gedacht hatte. Schau mal, da ist sogar dieser Bergbach. Wie hübsch!“

Sie geht also weiter. Das bedeutet, sie trinkt einen weiteren Schluck Wein aus ihrem Glas, dreht sich wieder um und schaut wiederum in die Landschaft. Sie sieht jetzt vielleicht noch zusätzlich Bergziegen und um sie herum wachsen hier besondere Kräuter.

Sie geht also neugierig weiter und blickt sich wieder um. Immer weiter entdeckt sie den Wein für sich, bis sie ganz oben am Gipfel angelangt ist. Dort setzt sie sich auf ein Bänkchen, atmet durch und genießt, was sie sieht.

Das ist wie mit der Komplexität im Wein. Ein Wein, der sehr komplex ist, ist wie ein besonders hoher Berg, der dich dazu animiert, immer noch mal weiter zu gehen, nochmal um die nächste Ecke zu gehen. Ihn noch mal zu probieren und dir ein weiteres Mal einzuschenken.

Es gibt auch Weine, die sind eher Hügel. Diese haben keine so hohe Komplexität und je nachdem, was dir schmeckt und welcher dein Wein-Geschmackstyp (BLOGLINK Warum Wein-Geschmackstypen) ist, gefallen dir Weine, die Hügel sind oder Weine, die Berge sind. Natürlich gibt es auch Weine, die gerne ein Berg wären, aber leider nur Hügel sind. Die sind dann eher mal eine Enttäuschung im Glas. Bei diesen Weinen würde man sagen: sie haben keine besonders hohe Komplexität.

Kennst du schon deinen Wein-Geschmackstyp? Wenn nicht, dann finde es heraus.

Ich hoffe, du hast heute etwas gelernt. Ich wünsche dir einen schönen Tag und schließe mit meinem Motto:

Erweitere deinen Horizont. Werde WEIN-REVOLUZZERIN!

Fazit Wein beurteilen und Komplexität

Wein zu beurteilen ist keine hohe Kunst. Am wichtigsten ist es, dass du dich dabei auf deinen eigenen Geschmack verlässt, denn nur DU weißt, was du wirklich schmeckst. Kein anderer hat dieselben Erfahrungen gemacht wie du, weshalb du einen einzigartigen Geschmackssinn hast – egal wie viel Kenntnis du vom Wein hast.

Hast du Lust, das Thema Wein weiter zu erkunden? In meinem kostenlosen Weingeschmacks-Entdecker Guide lüfte ich die 5 Geheimnisse, die dich zu deinem Weingeschmack führen.

Nochmal zusammengefasst:

  • Komplexität ist ein Kriterium, nach dem Wein beurteilt werden kann.
  • Du kannst Komplexität mit einer Bergtour vergleichen: ein hochkomplexer Wein ist wie ein hoher Berg, der dich immer wieder mit einer neuen Aussicht lockt, ein weniger komplexer Wein ist eher wie ein Hügel.
  • Auf wie viel Komplexität du selbst Lust hast, hängt von deinem Wein-Geschmackstyp ab.
  • Eine „Enttäuschung im Glas“ erlebt man, wen ein Wein vorgibt, ein Berg zu sein und dann doch nur ein Hügel ist.

Die einen bewerten einen Wein als „megageil“, die anderen denselben Wein als „na ja“. Lass dir nicht hereinreden, denn ich finde, dass beim Wein genießen der Mensch, also DU, im Mittelpunkt stehen sollte und weniger der Wein.

 

Erweitere deinen Horizont. Werde WEIN-REVOLUZZERIN!

 

Wie ist das bei dir: Hast du beim Wein eher Freude an den „hohen Bergen“ oder eher an einer „hübschen Hügellandschaft“?
Erzähle mir davon in den Kommentaren oder schreibe mir eine E-Mail.

 

1 Antwort

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] persönlich finde Weine aus Spontanvergärung sehr spannend, da sie teilweise eine hohe Komplexität haben. Allerdings finde ich es schwer zu trennen, ob sie diese durch die Art der Vergärung oder […]

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