Feierabend! Es ist Wine-o-clock! Du freust dich über das Treffen mit deinen Mädels. Der kühle Rosé in deinem Glas lacht dir förmlich zu. Während du genießt wie der frische und saftige Wein deine Geschmacksknospen zum Blühen bringt, fragst du dich ganz still und heimlich: Was ist denn eigentlich Roséwein? Wird da Rotwein mit Weißwein gemischt?

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Ein bisschen mehr Weinwissen würde dir „schmecken“. Einfach nur für dich selbst, damit du mehr SICHERHEIT im Umgang mit dem Thema Wein bekommst – aber bitte ohne Experten-bla-bla.

Das Schöne dabei ist: Entdeckerfreude ist das Einzige, was du brauchst. In diesem Artikel lüfte ich die rosafarbenen Wein-Geheimnisse für dich.

 

Die „Sisters in wine“ sind Hanneke und Elske Schönhals. Sie lieben Wein und arbeiten damit – genau so individuell, wie sie selbst sind. Hanneke ist die Frau der Tat und kreiert lebendige Weine in ihrem Bioweingut in Rheinhessen. Elske ist die Entdeckerin und und nimmt Menschen auf ihrem Blog Genau mein Wein! mit auf die Reise zu ihrem persönlichen Weingeschmack. Jeden Monat veröffentlichen sie unabhängig voneinander einen Blogartikel zu einem gemeinsamen Thema.


 

Bei fast allen Rotwein-Rebsorten ist das Fruchtfleisch der Beeren weiß. Die roten Farbmoleküle stecken in der Beerenhaut. Im Prinzip werden bei der Herstellung von Roséwein rote Trauben wie weiße Trauben verarbeitet: Trauben ernten, die Trauben zügig verarbeiten und den Most vergären. Dabei wird wenig Farbe aus den Beerenhäuten herausgelöst und der Wein bekommt seine typische rosa Farbe.

Fast jede Rotwein-Rebsorte – von Spätburgunder bis Cabernet Sauvignon – eignet sich für die Herstellung von Roséwein. Die große Kunst dabei ist es, den Kontakt zwischen Beerenhäuten und Wein so zu gestalten, dass dabei die gewünschte Farbe entsteht.

Wie wird Roséwein hergestellt

Bei der Roséwein Herstellung gibt es drei gängige Methoden.

Methode 1: Sanfte Verarbeitung und leichter Druck

Die Trauben werden geerntet und in die Weinpresse gefüllt. Durch die Lese – entweder von Hand oder mit der Traubenlesemaschine – und das Einfüllen in die Weinpresse werden die Beerenhäute leicht beschädigt und rote Farbpigmente werden „frei“. Der Traubenmost, der dann von der Presse läuft ist dann oft sehr hell roséfarben. Dieser Traubenmost wird im Anschluss in einem Weintank vergoren.

Methode 2: Maischestandzeit für mehr Intensität

Für einen farblich intensiveren Roséwein werden die frisch geernteten Trauben gequetscht. Dabei spricht man von Maischen. Warst du schon mal im Herbst in einem Weingut? Zum Beispiel zur Traubenlese? Die gerade gemaischten Trauben duften immer herrlich dem frischen Aroma von Kiwifrüchten. Und natürlich nach den Trauben selbst – es werden keine Aromen zugefügt.

Je länger der Kontakt zwischen den Traubensaft und den Beerenhäuten, umso intensiver ist Farbe des späteren Roséweins. Um diesen Kontakt zu beenden wird die Maische gepresst. Der roséfarbene Most wird danach in einem Weintank vergoren.

Methode 3: Saingée – Most von der Rotweinmaische abziehen

Um einen Rotwein herzustellen werden rote Trauben geerntet und gemaischt. Das Ziel ist es, durch die Vergärung mitsamt der Schale die rote Farbe aus den Beerenhäuten komplett zu extrahieren. Bei der Saignée Methode wird nach kurzer Maischestandzeit ein Teil des Traubenmosts abgezogen. Der Most vergärt dann zu einem Roséwein. Gleichzeitig wird die Rotweinmaische stärker konzentriert und der spätere Rotwein gehaltvoller.

Einen Weißwein mit einem Schlückchen Rotwein zum Roséwein zu machen ist in Deutschland übrigens verboten.

Warum ist Roséwein rosa

Roséwein wird aus Rotwein Trauben herstellt, bei denen die Farbe nur in der Beerenhaut lokalisiert ist. Dadurch, dass die roten Trauben wie weiße Trauben verarbeitet werden, kommt nur ein wenig des roten Farbstoffs in den Traubenmost und der Wein bekommt seine charakteristische rosa Farbe.

Dabei geht das Farbspektrum von einem sanften lachsfarbenen Rosa über Pink bis hin zu fast erdbeerfarbenen Nuancen.

Ein Spezialfall ist der „Blanc de Noir“, also der Weiß-aus-Schwarz. Es ist ein Weißwein, hergestellt aus roten Trauben. Dafür werden die roten Trauben quasi mit Samthandschuhen angefasst, damit keine Farbe aus den Schalen in den Traubenmost kommen.

Warum heißen manche Roséweine Weißherbst

Im Gegensatz zum Wort Rosé, dass einfach die Äußerlichkeit der Weine beschreibt, beschreibt Weißherbst eher das Wesen des Weins. Weißherbst kommt von „Weiß geherbstet“, also: „wie weiße Trauben gelesen und verarbeitet“.

In Deutschland ist der Begriff Weißherbst den Weinen vorenthalten, die mindestens zu 95% aus einer Rebsorte bestehen. Außerdem muss die Farbe relativ hell sein, sonst wird er in der Qualitätsweinprüfung als untypisch abgelehnt. Ein Weißherbst ist also immer ein Rosé. Aber ein Rosé ist nicht zwingend ein Weißherbst. Eine Cuvée, also eine Mischung von Weinen zweier Rebsorten, muss immer Rosé heißen.

Fazit Roséwein

Die rosafarbenen Wein-Geheimnisse nochmal zusammengefasst:

  • Roséwein wird hergestellt, indem Rotweintrauben wie Weißweintrauben verarbeitet werden.
  • Die Farbe von Roséwein kommt durch die Pigmente aus den Beerenhäuten der roten Trauben.
  • Je stärker der Kontakt mit den Beerenhäuten, desto intensiver wird die Farbe des Roséweins.
  • Weißherbst darf ein Roséwein heißen, der zum mehr als 95 % aus den Trauben einer einzelnen Rebsorte besteht.
  • Das Mischen von Rotwein und Weißwein zur Herstellung von Roséwein ist in Deutschland verboten

So, das waren meine rosafarbenen, rüschenfreien Wein-Geheimnisse zum Roséwein. Was ich dir unbedingt noch mit auf den Weg geben möchte – egal ob Rotwein, Weißwein oder Roséwein oder sogar Orange wine:

Vertraue deinem eigenen Geschmack. Denn nur du weißt, welcher Wein wirklich zu dir passt! Mach dich auf den Weg selbstbestimmt Wein zu entdecken.

Erweitere deinen Horizont. Werde WEIN-REVOLUZZERIN!

 

Hier ist der Link zu Hannekes „Sisters in wine“ Juni-Artikel: Sommer, Sonne, Roséwein – erfahre mehr über den “Must-Have-Wein” im heißen Sommer
Ich bin selbst schon total gespannt, was sie geschrieben hat. Wenn du mehr von uns sehen möchstest, dann f
olge unserem #sistersinwine Projekt auf Instagram: @sistersinwine

 

Hast du dich schon in die Roséwein-Welt vorgewagt? Was schmeckt dir daran besonders gut? Und wann schmeckt dir Roséwein am besten? Teile es mit uns in den Kommentaren. Falls du Fragen dazu hast, dann schreibe mir eine E-Mail.

 

Photo: Justin Aikin/Unsplash

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