Es ist Traubenlesezeit! Ich finde den Herbst die spannendste und schönste Zeit des Jahres. Es riecht überall herrlich, die Morgenstimmung ist einfach umwerfend. Man ist nur am Jacke an- und ausziehen: morgens kalt, nachmittags T-Shirt-Wetter. Und im Weinberg ist jetzt richtig was los. Ich verrate dir eines: Es ist NICHT die Weinlese sondern die Traubenlese.

Komm mit, lass uns gemeinsam etwas Herbstluft schnuppern und entdecken, was momentan im Weinberg passiert.

warum-bei-der-traubenlese-kein-wein-gelesen-wird

Weinlese: (k)ein anderes Wort für Traubenlese

Gerade war ich in Versuchung… ich wollte doch tatsächlich Weinlese statt Traubenlese schreiben. Seit Jahr und Tag verstehe ich nicht, woher dieses Wort kommt. Es ist weniger so, dass die Bedeutung des Wortes unklar ist. Aber: Wein wird doch nicht gelesen! Die Trauben werden gelesen.

Nun gut, es heißt ja auch Weinberg und Weinreben, statt Traubenberg und Traubenreben. Es geht um das große Ziel, welches der Winzer anstrebt: WEIN. Mit diesem Ziel klar vor Augen, soll jede Tätigkeit diesem Ziel dienen.

Das finde ich wiederum ein schönes Bild. Da kann man sich vielleicht eine Scheibe von abschneiden. Wohin möchte ich? Was ist denn mein Ziel? Dient das, was ich gerade tue meinem Ziel? Und so weiter. Der Winzer hat da offenbar Klarheit.

So, jetzt werfen wir einen Blick in den Weinberg.

warum-bei-der-traubenlese-kein-wein-gelesen-wird

Die Ernte einbringen: Was ist Traubenlese?

Die Trauben reifen und reifen. Jeder Sonnentag bringt höhere Mostgewichte (das ist das Maß für den Zuckergehalt). Die Säure in den Beeren wird beständig abgebaut und die Aromen werden gebildet.

Es ist Zeit für die Traubenlese. Dabei werden die Trauben werden entweder von Hand oder mit einer Traubenlesemaschine – auch Traubenvollernter genannt – geerntet. Für den Winzer ist dies die anstrengenste aber auch schönste Zeit des Jahres. Die sprichwörtliche Früchte der Arbeit pflücken.

warum-bei-der-traubenlese-kein-wein-gelesen-wird

Im Traubenlese Monat geschieht noch mehr im Weinberg

Die Blätter verfärben sich gelb und/oder rot. Das geschieht dadurch, dass die Chloroplasten abgebaut werden. Die daraus entstehende Energie wird für die Reife des einjährigen Holzes und die der Trauben verwendet.
Die Verfärbung ist übrigens Rebsorten-Typisch und hat nichts mit der Beerenfarbe zu tun. Die Burgundersorten (z.B. Spätburgunder, Grauburgunder und Weißburgunder) verfärben sich beispielsweise ausschließlich gelb, auch wenn der Spätburgunder eine blaue Beerenfarbe hat.

Ich bin so gespannt auf die 2016er Weine! Es war für die Winzer ein herausforderndes Jahr, vor allem durch die warmen und feuchten Tage im Weinberg im Juli.

Die Weinqualität entsteht im Weinberg. Jetzt geht es darum, die optimalen Bedingungen für die Weinbereitung zu schaffen.

Also, ihr Winzer: Haltet fest euer Ziel vor Augen – das ist ganz in unserem Interesse 🙂

 

Hast du eine Frage zum Winzerjahr? Ich beantworte sie dir gerne.
Schreibe mir jetzt einen Kommentar!

 

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.