Meine Freundin Susanne ist Backliebhaberin und im Besitz von Oma Lonis Rotweinkuchen Rezept! Es ist ein echtes Familienrezept. Da Susanne und ich beide von Natur aus mit einem neugierigen Forscherdrang ausgestattet sind, haben wir uns natürlich gefragt, welcher wohl der beste Wein für einen Rotweinkuchen nach diesem Rezept ist.

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Schmeckt der Kuchen mit einem Billig-Rotwein genauso „gut“ wie mit einem ein hochwertigen, guter Wein? Macht es überhaupt einen Unterschied?

Wir haben uns auf den Weg gemacht, unseren Horizont zu erweitern und zu entdecken, ob man es überhaupt einen Unterschied im Geschmack gibt – je nach Weinwahl.

Unsere Hypothese: der Wein macht keinen Unterschied im späteren Geschmack.

Was denkst du? Merke dir deinen Impuls und komm mit!

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Links der „schlechteste Rotwein des Supermarkt-Sortiments“ und rechts der hochwertige Biowein.

Rotweinkuchen Vergleich: Die Weine

Zur großen Freude meines Mannes, durfte er beim kompetenten Sommelier unseres lokalen Supermarkts eine Flasche seines „schlechtesten Rotweins“ kaufen. Dieser griff zielsicher in das unterste Regalbrett und zog einen Rotwein zu 1,99 € heraus. Ich sage dir: der Mann versteht sein Geschäft – der Wein war wirklich nicht gut.

Der schlechteste Rotwein des Sortiments tritt also gegen eine Flasche „Hanneke rot“ an. Das ist ein deutscher Qualitätswein aus biologischen Anbau.

Den Unterschied zwischen den Weinen fanden wir schon im Glas auffällig. Der günstige Rotwein war wesentlich heller als der hochwertigere. Auch geschmacklich liegen Welten zwischen den Weinen. Während der billige Rotwein einfach nur unharmonisch, sauer und kratzig schmeckte, war der „Hanneke rot“ saftig, rund und vollmundig.

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Im linken Glas der Billigwein, im rechten Glas der hochwertige Wein

Das beste Rotweinkuchen Rezept – einfach lecker

Ich bin ein Fan von einfachen Rezepten und daher passt dieser Kuchen wunderbar in mein Konzept. Er ist schnell zubereitet und er schmeckt total lecker. Wirklich, dieses Rezept musst du unbedingt ausprobieren!

Oma Lonis Rotweinkuchen Rezept

Zubereitungszeit: 15 Minuten
Komplette Zeit: 60 Minuten
Ergibt etwa 10-12 Stücke

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Rotweinkuchen Zutaten

  • 250 g Butter (Zimmertemperatur)
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 200 g Zucker
  • 4 Eier
  • 250 g Mehl
  • ¾ Päckchen Backpulver
  • 1 TL Zimt
  • 1 TL Kakao
  • 125 ml Rotwein
  • 100 g Schokostreusel

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Rotweinkuchen Zubereitung

Vorbereitung:

  • Backofen auf 170°C vorheizen (Ober- und Unterhitze)
  • Kasten-Backform (27 cm) mit Butter einfetten
  1. Mit dem Handrührgerät Butter mit dem Zucker und Vanillezucker schaumig schlagen
  2. Eier unterrühren
  3. Mehl, Backpulver, Zimt und Kakao gut vermischen und unter die Eischaummasse rühren
  4. Vorsichtig Rotwein und Schokoladenstreusel zum Teig geben
  5. In die Backform einfüllen
  6. Backform auf mittlere Höhe auf das Ofengitter stellen und
  7. Kuchen ca. 45 Minuten bei 170°C backen
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Im linken Kuchen der Billigwein, im rechten Kuchen der hochwertige Wein. Der Unterschied der Weinfarbe kommt auch im Kuchen durch.

Welcher Wein für Rotweinkuchen – Versuchsaufbau

Wir haben das Rezept zwei mal zubereitet. Einmal mit dem billigen Rotwein aus dem untersten Regal, einmal mit dem guten „Hanneke rot“.

Dann haben wir sie gleichzeitig gebacken (wodurch sich unsere Backzeit etwas verlängert hat) und dann verkostet und auch an unsere Verkoster verteilt.

Welcher Kuchen schmeckt besser – Auswertung & Interpretation

Das finden wir:

  • OPTIK:
    Der Kuchen mit dem guten Rotwein hat einen deutlich dunklere Farbe – das ist auch auf den Fotos zu sehen. Er entspricht optisch eher dem Ideal eines Rotweinkuchens.
  • HAPTIK:
    Der Kuchen mit dem günstigen Rotwein ist irgendwie „fluffiger“ geworden. Das könnte allerdings auch an der Backform gelegen haben oder daran, dass der Teig ein wenig länger warten musste, bis er in den Ofen kam.
  • GESCHMACK:
    Geschmacklich gibt es wenig Unterschied, wobei der Kuchen mit dem „guten“ Wein etwas würziger wirkte, wohingegen der hellere etwas süßer schmeckte. Der würzigere Geschmack kann an der höheren Gerbstoff-Konzentration in Hannekes Wein liegen, die dann die Süße des Zuckers besser „einbindet“ – so würde man das beim Wein beschreiben. Bei Kuchen kenne ich mich da nicht so gut aus.

Das finden unsere Verkoster:

Der Großteil unserer Verkoster bevorzugten den dunkleren Rotweinkuchen, der mit dem hochwertigen Rotwein gebacken wurde. Das könnte daran liegen, dass der Kuchen optisch mehr dem entspricht, was man sich untere einem Rotweinkuchen vorstellt.

Unsere Verkoster wussten beim Probieren nicht, welcher Wein jeweils im Kuchen war.

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Links der Kuchen mit Billigwein, rechts der Kuchen mit dem hochwertigen Wein.

Enthält Rotweinkuchen noch Alkohol?

Über den Alkoholgehalt von Rotweinkuchen scheiden sich die Geister. Prinzipiell stimmt: Alkohol verdunstet aus Flüssigkeit bei ‎78,32 °C. Das macht man sich bei der Destillation zunutze, wie beispielsweise bei der Herstellung von Weinbrand oder Whisky.

Aber ob das auch beim Backen passiert?

Die einen sagen ja, die anderen nein. Diejenigen, die das Bestreiten, haben das Argument, dass der Alkohol nicht verdunstet, weil er im Teig gebunden ist. Das finde ich nachvollziehbar. Allerdings frage ich mich, ob der Alkohol nach einer dreiviertel Stunde bei 170°C am Ende nicht DOCH noch verdunstet ist. Dazu habe ich allerdings keine Messwerte – Daten die sich im „Laborversuch“ auf jeden Fall erhoben hätte.

Ein anderer Aspekt ist, dass in unserem Rezept auf ca. 1 kg Kuchen, 125 ml Wein verteilt wird. Selbst wenn nichts verdunsten sollte – was ich nicht annehme – dann ist die Menge Alkohol pro Kuchenstück in meinen Augen vernachlässigbar.

Da hat ein Glas Fruchtsaft eventuell mehr Alkohol. Was die wenigsten Menschen wissen: Fruchtsaft darf bis zu 1 %Vol. Alkohol enthalten. Das kommt daher, dass im Saft immer etwas Alkohol enthalten sein kann, der in den reifen Früchten entstanden ist.

Die Antwort auf die Frage, ob Rotweinkuchen noch Alkohol enthält, ist also ein klares VIELLEICHT.
Daher ist es meiner Meinung nach wichtig, deine Mitmenschen davon in Kenntnis zu setzen, dass das Rotweinkuchen Rezept Alkohol enthält, damit sie selbst entscheiden können, ob sie davon essen wollen oder nicht.

Fazit: Welcher Wein eignet sich am besten für Rotweinkuchen?

Meiner Meinung nach passen Rotweine mit wenig Säure zum Rotweinkuchen Rezept. Es darf auch gerne ein milder Rotwein sein, beispielsweise aus den Rebsorten Dornfelder oder Merlot. Der Wein kann auch tief-dunkler und kräftig sein, aber der Wein sollte nicht im Barrique ausgebaut sein.

Unsere Hypothese war, dass man keinen Unterschied feststellen wird. Diese Hypothese haben wir teilweise widerlegt. Auf jeden Fall ist optisch ein Unterschied zwischen den Rotweinkuchen mit den verschiedenen Weinen zu schmecken. Tendenziell wurde der Kuchen mit dem hochwertigeren Wein besser bewertet.

Mein Tipp: Kaufe keinen Rotwein „zum Backen“, sondern kaufe einen guten Wein. Denn… Was machst du mit der restlichen Flasche? Doch hoffentlich Trinken!

Den Rest des ehrenhaft schlechten Rotweins habe ich übrigens entsorgt. Es war wirklich nicht schade um den Wein, aber doch eine Verschwendung von Ressourcen.

 

Überrascht dich das Ergebnis unseres Experiments?
Was war dein erster Gedanke: Hättest du gedacht,
dass die Weinqualität einen Unterschied macht oder eher nicht?

 

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