Zwei Charaktere, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: die eine agil und immerzu in Bewegung, mit offenem, neugierigem Blick. Eine jugendliche Leichtigkeit umgibt sie. Die andere mit starkem Auftreten und intensivem Blick, der unter die Haut geht. Eine sinnliche Opulenz liegt in der Luft. Trotz ihrer Unterschiedlichkeit siehst du in beiden ein Element, das sie verbindet. Darf ich vorstellen: zwei Weine der vielseitigen Rebsorte Chardonnay.

Rebsorte Chardonnay: Weinbergsflächen

Chardonnay ist eine weiße Rebsorte, die unheimlich wandelbar und vielschichtig ist.

Weltweit gehört sie zu den führenden Rebsorten. Fast die Hälfte der weltweiten Fläche verteilt sich über Frankreich und die USA.

Der Löwenanteil des französischen Chardonnay wächst in der Champagne, als wichtiger Bestandteil der Sektherstellung und im Chablis, das im nördlichen Teil des Burgund liegt. Dort ist Chardonnay die einzig zugelassene Rebsorte.

In Deutschland ist Chardonnay erst seit Mitte der Neunziger Jahre für den Weinanbau zugelassen und eher wenig prominent vertreten. Sie steht an siebter Stelle unter den weißen Rebsorten und macht mit 1.764 Hektar nur 1,7 % der Gesamtrebfläche aus (Quelle: Deutsches Weininstitut) und wird vor allem in den Weinbaugebieten Pfalz, Rheinhessen und Baden angebaut.

Die Rebsorte Chardonnay entstammt einer ziemlich prominenten Familie: Sie gehört zu den sogenannten Burgundersorten. Zu dieser Familie zählen auch unter anderem die weißen Rebsorten Weißburgunder und Grauburgunder, sowie die rote Rebsorte Spätburgunder.

Wie schmeckt Chardonnay?

Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich einen richtig tollen Chardonnay Wein aus dem Chablis getrunken habe, war ich der Meinung: Weine der Rebsorte Chardonnay schmecken eigentlich „neutral“. Dieser Wein war nicht im Barrique, das heißt im kleinen Eichenholzfass, sondern klassisch ausgebaut. Dadurch schmeckte ich zum ersten Mal bewusst das Grundaroma der Rebsorte.

Chardonnay hat nämlich ein sehr feines Rebsorten-Aroma. Je nachdem, ob sie im Stahltank oder im Barrique ausgebaut wird, reichen ihre Aromen von Birne, Apfel und Zitrone bis Honig, Melone und Karamel. Durch den geringen Säuregehalt der Trauben sind die Weine sehr bekömmlich.

So kann Chardonnay leider auch schmecken

In der australischen Weinkellerei, in der ich währende meiner Australien-Entdecker-Tour gearbeitet habe, wurde alles daran gesetzt, dem – vermeintlich neutralen – Chardonnay Geschmack angedeihen zu lassen. Dies geschah vor allem durch den Einsatz von unheimlich viel Eichenholz. Entweder durch den Weinausbau im Barrique, vor allem aber durch den Zusatz von Eichenholz-Chips. Oft hatten diese Weine die Eigenschaft, dass man beim Trinken das Gefühl hatte, als würde man in ein Holzbrett beißen. Dadurch gerät der Wein ziemlich aus der Balance und nach einem Glas ist man irgendwie satt.

BILD von mir in AUSTRALISCHEN KELLEREI

Das Unternehmen sah seine Weine allerdings eher in Konkurrenz zu Coca-Cola statt zu anderen Weinkellereien. Damit du das in Relation setzen kannst: Die gesamte Jahresernte eines deutschen Weinguts hätte dort in einen der kleineren Weintanks gepasst.

In dieser Massenproduktion entstanden Weine, die keinen Fehler, aber auch keinen Charakter hatten. Das ist einer der Gründe, weshalb ich selbst auf Weine setze, hinter denen – wie in Wein & Gemüse so schön beschrieben – ein echtes Weingut mit einer Telefonnummer steht, welches man bei Bedarf auch anrufen kann.

Die Weine aus der australischen Großkellerei stehen glücklicherweise nicht stellvertretend für alle Chardonnay Weine. Und ich bin sehr froh, auch die guten Chardonnays für mich entdeckt zu haben. Die Weinwelt besteht aus vielfältigen Landschaften, die immer weitere Winkel zum Entdecken bieten!

Wem schmeckt Chardonnay?

Wenn die Trauben der Rebsorte Chardonnay früh geerntet wird, haben die Weine etwas Leichtes, Unbeschwertes. Durch den früheren Lesezeitpunkt haben sie auch einen eher geringen Alkoholgehalt, bis ca. 11,5 %Vol. Dazu kommt die milde Säure.

Dieser Wein, der nicht im Holzfass ausgebaut wurde, ist der ideale „Brot und Butter“ Wein. Das heißt ein Wein, der sich ideal zur Gartenparty mit Freunden oder als Weinchen zum gemütlichen Plaudern auf der Terrasse eignet. Diese Art von Wein passt perfekt zum Lebensfreudigen Wein-Geschmackstyp.

Chardonnay kann auch als üppiger Wein mir starkem Auftritt ausgebaut werden, in saftiger, vollreifer Spätlese-Qualität. Die Weine sind ein Fest für die Sinne und perfekte Begleiter für die kühlen Jahreszeiten und festlich gedeckte Tafeln.
Der Gaumenschmeichelnde Typ liebt diese Weine, vor allem wenn sie im Barrique ausgebaut sind und dadurch dezente Holz- und Vanillearomen haben.

Zu festlichen Gelegenheiten schmeckt dem Gaumenschmeichelnden Typ auch ein edler Chardonnay- oder Burgunder-Sekt.

Wenn du mehr über deinen Wein-Geschmackstyp erfahren möchtest, dann habe ich ein Angebot für dich, das du dir unbedingt anschauen solltest: Mit dem „Genau Mein Wein!“ Wein-Geschmackstypen Paket öffnest du dir die Tür zu mehr Leichtigkeit und Souveränität, wenn es um deinen ganz persönlichen Weingeschmack geht.

Fazit zur Rebsorte Chardonnay

Chardonnay ist eine weltweit prominente Rebsorte. Sie ist wandelbar und vielseitig, weswegen sie sich einerseits mit leichteren, schlanken Weinen und feinem Rebsortenaroma präsentiert. Andererseits hat sie genügend Power für üppige und festliche Weine, die im kleinen Eichenholzfass ausgebaut werden. Die Weine sind mit ihrer milden Säure sehr bekömmlich.

Ich habe dir von meiner Überraschung erzählt, als ich entdeckte, dass Chardonnay alles andere als „neutral“ ist. Und nun habe ich eine Frage an dich – auch wenn dir die Antwort noch so trivial erscheint: Für uns alle ist sie spannend, um weiter entdecken zu können!

 

Was war bisher deine größte geschmackliche Überraschung beim Wein?
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