Du bist voller Vorfreude. Juchuh! Du gehst mit deinen Freunden aus. Endlich diese neue Weinbar erkunden und Wein in einzigartiger Atmosphäre genießen. Die Weinkarte ist ziemlich lange… hmmm… was wäre denn wohl eine gute Wahl? Was ein guter Wein? Du schaust in die Runde. „Kann mir jemand einen guten Wein empfehlen?“

guter wein ist wein der dir schmeckt

„Ja klar. Der hier“ sagt dein guter Freund im Brustton der Überzeugung und zeigt auf einen der unzähligen Einträge. Ihr bestellt und fasziniert schaust du dich um.

Was für eine gute Idee, hierhergekommen zu sein! Das Leben pulsiert an diesem Ort. Die Menschen erzählen und trinken, das Klappern von Besteck und Gläsern, der Duft von Essen und Wein… die Stimmung ist einfach großartig.

Ihr bekommt euren Wein in wunderschönen Gläsern serviert und du probierst. „Hm, okay?“ denkst du dir. Noch mal probieren.

Es ist dir ziemlich schnell klar: „Nein!“ ruft deine Intuition schon, bevor sich dein Verstand einschalten kann.

„Was ist?“, fragt der Freund, der dir den Wein empfohlen hat verwundert.

„Der Wein schmeckt mir nicht.“

Das Klappern von Besteck wird leiser, die Gespräche verstummen. Eine Stille senkt sich über die gesamte Weinbar. Alle schauen dich an.

Dein Freund raunt dir entsetzt zu: „Das kann nicht sein, denn das ist ein echt guter Wein! Er hat ziemlich viele Medaillen gewonnen. Schau doch auch mal was der kostet!“
Und jetzt?

Option 1: Du wirst rot bis zum Haaransatz und winkst ab „Ja, ach so. Nee, ist schon OK. Ich probiere einfach noch mal.“

Option 2: Du lässt dich nicht verunsichern. Vielleicht wirst du trotzdem ein bisschen rot. Aber du stehst dazu und du lässt dich von dem Sommelier beraten, um einen Wein zu finden, der dir wirklich schmeckt.

Ich wünsche dir von Herzen, dass du Option 2 wählst.

So oder so: Die Menschen werden sich wieder ihren Gesprächspartnern zuwenden. Und in zwei Minuten haben sie den Zwischenfall vergessen. Nur ob du dann einen Wein trinkst, der dir wirklich schmeckt, oder einen, den du gut finden solltest ist alleine deine Entscheidung.

Was ist ein guter Wein?

Die Frage lässt sich ziemlich kurz beantworten und die Antwort kannst du bereits erahnen: Ein guter Wein ist ein Wein der dir schmeckt!

guter wein ist wein der dir schmeckt

Das ist im Prinzip das einzige und wichtigste Geheimnis, das du kennen musst. Vertraue dir das selbst. Wenn du zusätzlich eine gute Portion Entdeckerfreude mitbringst, dann wirst du in Zukunft auch großartige Weine trinken und lecker finden, die dir momentan noch nicht schmecken.

Mir schmecken ziemlich viele Weine, die gut gemacht sind – aber bei weitem nicht alle. Ich bin aber total neugierig und ich liebe es, unbekannte Wein-Welten zu erforschen, wie beispielsweise Naturwein.

Nun aber zurück zur Frage: Was ist ein guter Wein?

Natürlich gibt es auch eine längere Antwort. Mal abgesehen davon, dass der Wein dir schmecken muss, gibt es natürlich auch etwas objektivere Anhaltspunkte.

Bei der amtlichen Qualitätsweinprüfung, die ein Wein bestehen muss, um Qualitätswein beziehungsweise Prädikatswein zu heißen, werden folgende Kriterien bewertet:

  1. Farbe
    Bei Weißwein: ist die Farbe „Weiß“, bei Rosé „roséfarben“ und bei Rotwein „rot“? Hierbei ist die Farbe von Roséwein immer umstritten. Viele Roséweine sind zu hell oder auch zu dunkel. Manch ein Rotwein ist zu hell. Die Unterscheidung muss eindeutig sein.
  2. Klarheit
    Ist der Wein komplett klar? Ein leichte Naturtrübung der Weine, was bei Naturwein oft der Fall ist, führt zur Ablehnung in der Prüfung.
  3. Typizität des Weines
    Schmeckt der Wein „Rebsorten-Typisch“ und schmeckt er typisch für die Region? Dieses Kriterium ist oftmals etwas Abhängig von den persönlichen Vorlieben der Prüfer, weswegen sich eine Prüfungskommision in der Regel aus vier Personen zusammensetzt.
  4. Sensorik
    Sind Geruch und Geschmack fehlerfrei? Schmeckt der Wein harmonisch?

Dies sind die Kriterien der „Sinnenprüfung“. Die Weine werden zusätzlich auch noch auf analytische Werte, wie Alkoholgehalt oder Restzucker, sowie andere Kriterien anhand der Unterlagen des Winzers geprüft.

Für uns zählt gerade nur die Sinnenprüfung.

Kann man also sagen, dass ein Qualitätswein immer ein guter Wein ist?

Guter Wein – woran erkenne ich ihn?

Wenn ein Wein eine amtliche Prüfnummer hat, dann bedeutet es, dass dieser Wein den Mindestanforderungen der Qualitätsweinprüfung gerecht wurde. Ein Qualitätswein oder Prädikatswein hat keine groben Weinfehler, doch über die wahre geschmackliche Qualität eines Weines sagt das noch nicht viel aus.

Guten Wein erkennen mit „BLIK“

Es gibt viele Methoden einen Wein zu bewerten. Hier möchte ich dir eine dieser Methoden vorstellen, die ich in meinem Streben nach weniger Regeln und mehr Einfachheit entdeckt habe.
Sie heißt BLIK*

BLIK steht für:

  • B – Balance
    Ein Wein, der ausgewogen ist und den du als „rund“ empfindest
  • L – Länge
    Der Wein ist nicht sofort „weg“, nachdem du ihn runter geschluckt hast, sondern hinterlässt eine Spur von Aromen. Ein Wein bekommt außerdem Länge durch einen höheren Säuregehalt. Ob das zu deinem Wein-Geschmackstypen passt, kannst du mit meinem Wein-Geschmackstypen Paket entdecken.
  • I – Intensität
    Ein Wein, der einen Eindruck hinterlässt. Ob du das Kriterium Intensität als gut oder eher nicht so gut empfindest, ist ebenfalls abhängig von deinem Wein-Geschmackstyp. Denn es gibt Typen, die bevorzugen Weine mit eher geringer Intensität. Das völlige Fehlen von Intensität macht einen Wein jedoch langweilig.
  • K – Komplexität
    Wie ist das Zusammenspiel der Aromen, von Holznoten aus dem Barriquefass, Alkoholgehalt und so weiter. Komplexität kann ich am besten mit einem Auto, das den Berg hochfährt beschreiben.

Einen Wein entdecken ist wie mit dem Auto Serpentinen bergauf fahren

Einen Wein zu trinken ist wie mit dem Auto in Serpentinen einen Berg hochfahren. Du kannst immer nur 100 Meter weit sehen. Dann fährst du diese 100 Meter, nimmst die Kurve und siehst den nächsten Abschnitt. Das wiederholt sich, bis du oben bist und den Ausblick genießen kannst.
Ein Wein, der wenige komplex ist, zeigt gleich sein komplettes Panorama. Ein Wein mit Komplexität wird dir einige Serpentinen bieten und langsam sein Geheimnis preisgeben. Er bleibt interessant bis zum letzten Schluck.

Wenn du beim Wein trinken die BLIK Kriterien durchgehst, wirst du einen guten Wein relativ einfach erkennen.

Doch ich kann es nicht oft genug wiederholen: Vertraue dabei völlig deiner Intuition und deiner eigenen Wahrnehmung. Ein Wein, der dem einen schmeckt, muss noch lange dem anderen nicht schmecken!

Falls du Lust hast, noch mehr darüber zu erfahren, dann schau auch mal in meinem Artikel Wein trinken.

Was kostet guter Wein?

Ich kaufe oft meinen Wein nach Etikett. Für die Alltagsweine orientiere ich mich dabei in der Preiskategorie zwischen sechs und zwölf Euro.

Beim Wein kaufen ist mir wichtig, dass es ein Biowein aus Deutschland, sowie ein Weingutswein ist. Das ist ein großartiger Kompass zu gutem Wein. Wenn die Rebsorte auch noch deinem Wein-Geschmackstyp entspricht, dann kannst du dich auf ein leckeres Gläschen freuen!

Im Buch „Wein und Gemüse“ gehen die Autoren sogar noch einen Schritt weiter und empfehlen Weine ab zehn Euro. Wer echte Quantensprünge und Abenteuer erleben möchte, sollte sich in die Kategorie von fünfzehn bis zwanzig Euro vorwagen. Das kann ich nur bestätigen.

Dort liegen Welten, die entdeckt werden wollen!

Gibt es auch guten Wein bei Aldi, Lidl und Co.?

„Ich kaufe meinen Wein bei Aldi, der ist wenigstens nicht so teuer“.

Ich verstehe dich!

Es ist total attraktiv günstige Weine zu kaufen. Vor allem, wenn man einen relativ hohen Weinkonsum hat.

Zumal es auch nicht immer leicht ist, einen Wein zu finden, der einem schmeckt. Da ist das Risiko bei einem Wein unter vier Euro danebengegriffen zu haben wirklich nicht besonders schwerwiegend. Es sind aber oft monotone, langweilige Weine, denen es an Charakter fehlt. Deshalb möchte ich dich ermutigen, dir mehr als nur null-acht-fünfzehn zu gönnen. Ich möchte dich ermutigen zu experimentieren und etwas über dich selbst zu erfahren.

Lass dich nicht limitieren von Geschmacks-Konformität.

Begib dich auf den Weg.

Auf die Abenteuerreise zu deinem Weingeschmack.

Fazit zu gutem Wein

Weine aus Deutschland werden immer wieder prämiert. Es gibt die unterschiedlichsten Medaillen-Typen und in den meisten Verkostungen sitzen Jurymitglieder, die richtig Ahnung von Wein haben.

Ich wiederhole mich, weil es mir so wichtig ist: Nur ein Wein, der dir schmeckt ist ein guter Wein.

Um dir einen Kompass in die Hand zu geben für die Reise zu deinem Weingeschmack, habe ich ein völlig neues Konzept entwickelt: die Wein-Geschmackstypen.

Wer seinen individuellen Wein-Geschmackstyp kennt, wird nicht mehr ratlos vor der Weinkarte sitzen. Du wirst wissen, nach welchen Rebsorten und Code-Wörtern du Ausschau halten musst um dir souverän und unabhängig einen Wein auszusuchen, der dir schmeckt und den du genießen wirst.

Entdecke welcher meiner Wein-Geschmackstypen deiner ist. Werde Wein-Revoluzzerin
Hier entlang (KLICK!)

 

Welcher Wein ist für dich ein guter Wein?
Nach welchen Kriterien wählst du deinen Wein aus?
Wichtig: es gibt in dieser Beziehung kein „richtig und falsch“!

 

* Über den Ursprung der BLIK Methode bin ich mir nicht ganz im Klaren. Ich selbst habe sie auf der Seite von Captain Cork gefunden.

Photo Weingläser: Matthieu Joannon // Unsplash

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