Warum trauen sich nur so wenige Menschen zu sagen „Dieser Wein schmeckt mir“ oder „…schmeckt mir nicht“ – ohne den Zusatz „…aber ich bin auch kein Experte in Sachen Wein.“ Das macht mich ganz verrückt! Natürlich bist du ein Experte. Du bist der Experte, beziehungsweise die Expertin, für deinen ganz persönlichen Weingeschmack. Wer sollte denn sonst der Experte dafür sein? Du kannst deinem Geschmack vertrauen.

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Es begegnet mir immer wieder und ich finde es so schade. Diese Zurückhaltung, wenn es um den eigenen Geschmack geht. Ich kann es mir nicht anders erklären als durch Unsicherheit. „Ich weiß eigentlich nichts, obwohl ich wahrscheinlich mehr wissen SOLLTE.“

Das kenne ich irgendwie auch nur beim Wein. Vielleicht fällt es mir da aber auch nur besonders stark auf.

Du musst nichts wissen über Wein

Gerd Rindchen schreibt in seinem Buch Crashkurs Wein, dass beim Autokauf ja auch niemand erwartet, dass man „den Motor auseinandernehmen und wieder zusammenbauen kann“. Ganz im Gegenteil! Es geht um den Preis, die Lackfarbe (zumindest bei mir – ich gebe es zu) und die Ausstattung.

Ein weiteres Beispiel: Ich wohne in Köln. Hier kann man Kölsch trinken. Dabei ist es völlig egal, ob man weiß, dass das obergärig ist, ob außer Gerstenmalz auch Weizenmalz verwendet wurde. Ob Aroma- oder Bitterhopfen eingesetzt wurde und wie lange es vor der Abfüllung lagern muss.

Kommen dir Fragezeichen in den Sinn?

„Elske, bitte! Ich will einfach nur ein Kölsch trinken!“

Ich weiß nicht jeder mag Kölsch – das Beispiel dient der Veranschaulichung. Setze statt Kölsch einfach ein Getränk deiner Wahl ein.

Einfach genießen: weniger Blabla, mehr Genuss

Und was genau steckt jetzt hinter der Aussage „Ich will einfach nur ein Kölsch trinken“?

Dahinter steht: Ich möchte etwas trinken, das mir schmeckt! Und bitte wenig blabla dazu. Es soll möglichst unkompliziert sein, so dass ich möglichst viel Zeit fürs Genießen habe und wenig nachdenken muss!

Und genau so ist es doch auch beim Wein. Wenn du einen Wein im Glas hast, dann soll er dir schmecken. Und wer ist die einzige Person auf der ganzen Welt, die weiß ob er genau das tut?

…. tataaaaa….

Jaaaaaa! Genau! Nur DU weißt, was dir schmeckt!

Da kann ein Wein vom Jahrgang XY aus der weltbekannten Lage ZPTSLK (die kennt doch wirklich JEDER!) sein, Trauben gestreichelt, von Hand gequetscht, 999 Goldpunkte bei der XYZ Verkostung von Herrn Bla Dibla bekommen haben. Wenn der Wein nicht deinen Weingeschmack trifft, dann kann dir das EGAL sein.

Oder: Wo kaufst du deinen Wein? Stell dir vor du sprichst du mit jemandem der „Ahnung vom Wein“ hat. Uiuiui… Die Peinlichkeit, wenn du vor den Experten eingestehen „musst“, dass du fast nur Discounter-Wein trinkst.

DU bist der Held in deinem Film: Der Wein muss DIR dienen und nicht DU dem Wein.

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Deinem Geschmack vertrauen: sei selbstbewusst!

Nimm dich nicht zurück. Erhebe deine Stimme. Erlaube dir, dein Glas stehen zu lassen, falls der Wein dir nicht schmeckt. Und selbst, wenn alle anderen, inklusive der „Experten“ (mich eingeschlossen), sagen „Der Wein schmeckt (mir) nicht“ und er schmeckt DIR: Steh dazu! Schenke dir nach.

Bitte, liebe (angehende) Weintrinker und Weintrinkerinnen: HABT MEHR SELBSTVERTRAUEN!

Puh, dass musste doch mal gesagt werden!

Fazit

Fange wieder an deinem Geschmack Vertrauen zu schenken.

Wirklich!

Tue es.

Jetzt.

 

Zur Übung: Welchen Wein hast du vor kurzem getrunken?
Wie hat er dir geschmeckt und was war das Besondere daran?
Schreib mir jetzt in den Kommentaren!

 

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